Ich habe meinen Verflossenen gefragt, was ich falsch gemacht habe, damit ihr es nicht müsst.

„Was mache ich falsch?“ Habt ihr euch diese Frage schonmal gestellt? Und auch eine Antwort drauf gefunden? Mir fällt das leider nicht ganz so einfach, besonders nicht, wenn es darum geht, den einen Richtigen zu finden. Seit knapp zweieinhalb Jahren bin ich mittlerweile Single und diese Zahl scheint über mir zu schweben wie eine dunkle Gewitterwolke. Dabei stört sie mich gar nicht so, es ist ja nicht so, als hätte ich in dieser Zeit keine interessanten Menschen kennen gelernt. Ganz im Gegenteil, da waren so einige dabei, bei denen ich mir mehr hätte vorstellen können, es aber an irgendeinem Punkt bisher scheiterte.

Vor etwas über einem Jahr traf ich Jonas*. Er ist genauso alt wie ich, Bundeswehrsoldat und er hatte mich von Anfang in seinen Bann gezogen. Wir trafen uns öfter und es wurde immer intensiver. Irgendwann verrannten wir uns aber in Kleinigkeiten und er beendete es dann. Das war auch völlig okay, so lang haben wir uns nicht getroffen, aber er hatte einen erheblichen Impact auf mein Leben. Ich war bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich die erste Nachricht von ihm auf meinem Handy sah, noch emotional völlig gefangen bei meinem Ex-Freund. Er zog mich aus diesem Sumpf aus Vermissen und Selbstmitleid und zeigte mir, dass ich doch noch in der Lage dazu war, etwas für andere Männer zu empfinden, es musste eben nur der Richtige sein (der er ja dann doch nicht war, aber zumindest glaubte ich das).

Nach mir kommt schon der Richtige, keine Sorge.

Leider endete es sehr unglücklich damals, denn wir haben uns ziemlich gestritten. Der letzte, klärende Gesprächsversuch ging von mir aus und glättete zum Glück noch etwas die Wogen. Worauf ich hinaus will, ist aber, dass er (genauso wie mein Ex-Freund vor zwei einhalb Jahren und auch genauso wie Sebastian* jetzt diesen Sommer (read more)) es schafft, nach mir seinen Angebeteten zu finden, um eine Beziehung einzugehen. Ich meine, was ist es, dass ich den Leuten nicht geben kann? Was kann ich so falsch gemacht haben, dass die Männer nach mir offensichtlich wissen, was sie wollen, ich dem dann aber nicht entspreche?

„Hast du jemand Neues?“ – „Nein.“

Um jetzt nicht völlig in Selbstmitleid zu verfallen, möchte ich hinzufügen, dass ich nicht wirklich glaube, etwas so grundsätzlich falsch zu machen, dass es einzig an mir lag, wenn es nicht funktioniert hat. Das tut es nie, es spielen nämlich immer zwei mit. Trotzdem lässt mich diese offensichtliche Regelmäßigkeit kurz inne halten und doch nochmal hinterfragen, ob ich wirklich der einzig gemeinsame Nenner bin, der meine Verflossenen nach mir in eine bessere Zukunft führt.

Also, „was tun?“ Sprach Zeus..

Da ich auf die Frage immer noch keine zufriedenstellende Antwort gefunden habe, habe ich mir gedacht, nach einem Jahr Funkstille Jonas zu kontaktieren und ihn um Aufklärung zu bitten. „Vielleicht kann er mir ja mit genügend Abstand aus seiner Perspektive sagen, was damals dazu geführt hat?“ dachte ich mir und ich fragte ihn, ob er für ein Interview bereit stünde. Weil er schon immer ziemlich selbstreflektiert und offen war, was seine Gedanken und Gefühle anging, schien er mir der passendste Kandidat von meinen Verflossenen für dieses Vorhaben zu sein. Die Antwort kam zögernd, aber er erklärte sich einverstanden. Ich bin gerade dabei, die Antworten auszuwerten, das gesamte Interview gibt es dann in den nächsten Tagen.

Ohne viel Tamtam hast du dann auch die Notbremse gezogen und „Es ist aus.“ in einer Whatsapp Nachricht verfasst. Du musst ziemlich angepisst zu diesem Zeitpunkt gewesen sein, oder? Was ist aus deiner Sicht so schief gelaufen, dass du es auf diese Weise zu einem Ende bringen wolltest?

Was ich mir daraus erhoffe? Naja, zum einen wollte ich einfach mal einen unverfälschten und schonungslosen Einblick darin haben, wie die Dinge aus der Sicht des Anderen wahrgenommen werden und wo es Übereinstimmungen und Diskrepanzen mit meinen Erinnerungen an Jonas und mir gibt. Zum anderen würde ich mir wünschen, langfristig gewappnet zu sein, zu wissen, wo die Stolperfallen liegen und diese dann zukünftig gekonnt umschiffen zu können. Denn der Nächste wird kommen. Und diesmal will ich denjenigen nicht wieder in die Arme eines Anderen entlassen müssen, mit der Frage: „Was zur Hölle stimmt denn nicht mit dir, Max!?“.

liebe-utopien-mut-2

Nächstes Mal wird alles anders, schwöre!

Ich denke mal, wir werden alle daraus lernen können, was Jonas zu sagen hat. Man sagt ja, dass Fehler dazu da sind, um gemacht zu werden, allerdings doch dann Bitteschön immer nur ein einziges Mal. Sollte es mal wieder so weit kommen, dass ich merke, ein bestimmtes Verhaltensmuster wiederholt sich, kann ich mir dann ja ab jetzt Jonas’ offene und ehrliche Worte zu Gemüte führen und mich so wieder grounden. Also, stay tuned!

Habedere, 

Max

Habt ihr sowas schon einmal gemacht? Denkt ihr, dass es Sinn macht, so etwas noch einmal ungefiltert gespiegelt zu bekommen? Oder findet ihr, was vorbei ist, ist vorbei und man sollte es ruhen lassen? Lasst es mich und uns wissen, denn Sharing is Caring.

*Namen geändert.

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